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Bei welchen Fragen darf ich im Vorstellungsgespräch lügen?

Nor­maler­weise fährst du mit der Wahrheit natür­lich bess­er. Wie schon das Sprich­wort sagt, haben Lügen kurze Beine. Ungeachtet dessen, was du moralisch von Lügen oder vom Lügen müssen hältst, es spielt hier­bei eine unter­ge­ord­nete Rolle. 

Geset­zlich sind den Bewer­bern Lügen im Vorstel­lungs­ge­spräch erlaubt. Aber nur dann, wenn Du unzuläs­sige Fra­gen gestellt bekommst. Dann ist Deine Notlüge als eine Art der Notwehr zu betrachten.

Schließlich ist es sehr unglück­lich, wenn du im Vorstel­lungs­ge­spräch sagst „Diese Frage dür­fen Sie mir nicht stellen“. Oder noch schlim­mer: „Das geht sie gar nichts an.“ Ein Hin­weis auf die Geset­zes­lage ist in so einem Moment eben­so wenig hil­fre­ich. Das ver­mit­telt deinem Gesprächspart­ner nicht nur den Ein­druck, du hast etwas zu ver­ber­gen. Nein, es kostet dich auch wertvolle Sympathiepunkte. 

Dabei stellt sich hier­bei die Frage: Willst du über­haupt bei einem Arbeit­ge­ber anfan­gen zu arbeit­en, der schon mit ver­bote­nen Fra­gen beginnt?

Welche Fragen sind überhaupt unzulässig im Vorstellungsgespräch?

Dem Arbeit­ge­ber sind Fra­gen zu den fol­gen­den The­men nicht erlaubt, wer­den aber trotz­dem recht gern gestellt:

  • dein Pri­vatleben generell
  • deinem Lebenspart­ner
  • möglichen Heiratsab­sicht­en
  • deinen sex­uellen Neigungen
  • Reli­gion wie auch zur Konfession

Aus­nah­men gel­ten nur für Ten­denz­be­triebe. Wenn dein neuer Arbeit­ge­ber etwa die katholis­che Kirche wäre, hätte sie ein berechtigtes Inter­esse daran, die Kon­fes­sion des Bewer­bers, also deine, zu erfahren.

  • Zu deinem Kinder­wun­sch bzw. zu dein­er weit­eren Familienplanung
  • Zu Partei- und Gewerkschaftsmitgliedschaften
  • Nach dein­er eth­nis­chen Herkunft 

Auch die Frage nach deinem bish­eri­gen Einkom­men ist für den Arbeit­ge­ber tabu. Deshalb 

darf­st Du diese Fra­gen generell mit ein­er Notlüge beantworten.

Eine Beson­der­heit stellt die Frage zur Schwanger­schaft dar. Diese Frage gehört für den poten­ziellen Arbeit­ge­ber zu den ver­bote­nen Fra­gen. Wahrheits­gemäß musst du sie nur in einem Fall beant­worten. Näm­lich dann, du schwanger bist und insofern schwan­gere Frauen für exakt diesen Job nicht oder nur bed­ingt einge­set­zt wer­den kön­nen. Immer­hin geht die Gesund­heit deines unge­bore­nen Kindes in jedem Falle vor.

Geht es auch ohne Notlügen?

Oft­mals musst du dich gar nicht in Notlü­gen flücht­en, son­dern kannst sou­verän antworten, ohne eine wirk­liche Antwort zu geben. Am besten legst du dir ein paar gute Antworten zurecht und übst diese vor dem anste­hen­den Vorstellungsgespräch.

Wo endet mein Recht zu lügen?

Alle Fra­gen, die eigentlich ver­boten, aber für den neuen Job wichtig und rel­e­vant sind, musst du jedoch grund­sät­zlich wahrheits­gemäß beantworten.

Bewirb­st du dich bei ein­er Bank beziehungsweise für eine Arbeitsstelle, bei der die Haup­tauf­gabe im Kassieren liegt, muss die Frage nach deinen Ver­mö­gensver­hält­nis­sen wahrheits­gemäß beant­wortet wer­den. Ins­beson­dere Fra­gen nach Schulden und gar Lohnpfän­dun­gen, müssen dann von dir kor­rekt beant­wortet werden.

Bei Stellen für Beamte, Polizeibeamte oder auch für Juris­ten sind Fra­gen zu Vorstrafen erlaubt und ver­lan­gen von dir eine wahrheits­ge­treue Antwort. 

Jedoch wenn die Vorstrafe für den konkreten Job rel­e­vant ist, muss sie von dir aufrichtig beant­wortet wer­den. Zum Beispiel bewirb­st du dich als LKW-Fahrer mit ein­er Vorstrafe wegen eines Verkehrs­de­lik­tes, dann musst du das tat­säch­lich im Bewer­bungs­ge­spräch direkt zugeben. Anson­sten darf­st du auch hier kreativ lügen, ganz ohne schlecht­es Gewissen.

Antworten auf Fra­gen zu ansteck­enden Krankheit­en musst du bei Arbeitsstellen in der Gas­tronomie, in der Lebens­mit­telin­dus­trie und bei medi­zinis­chen Berufen der Wahrheit entsprechend geben. Wohinge­gen diese Frage für alle anderen Gew­erke eine Tabufrage ist und du auf dein „Recht zur Lüge“ bedenken­los zurück­greifen darfst.

Bei welchen Fragen darf ich im Vorstellungsgespräch keinesfalls lügen?

Grob gesagt gehören zu den Fra­gen, die du wahrheits­gemäß beant­worten musst, alle diejeni­gen Fra­gen, die berufs­be­zo­ge­nen sind:

  • Fra­gen zu dein­er Aus­bil­dung, deinem bish­eri­gen beru­flichen Werde­gang und auch Fra­gen zu deinen vorheri­gen Arbeitgebern
  • Deine beru­fliche Erfahrungen
  • Deine Nebenbeschäf­ti­gun­gen, die bere­its beste­hen. Auch eine neben­er­werbliche Selb­st­ständigkeit gehört erwähnt
  • Schwer­be­hin­derun­gen: Wenn eine bes­timmte kör­per­liche Funk­tion, geistige Fähigkeit oder seel­is­che Gesund­heit eine entschei­dende Voraus­set­zung für einen Job ist, dann darf der Arbeit­ge­ber danach fra­gen. Ist diese Voraus­set­zung nicht erfüllt, ist die Frage nach der Schwer­be­hin­derung unzuläs­sig. Zumal sie dann eine unmit­tel­bare Diskri­m­inierung darstellt.
  • Fra­gen zu dein­er Mobil­ität: wie etwa, ob Du einen Führerschein hast oder einen eige­nen PKW besitzt.  Genau­so ob du bere­it wärst für den Job umzuziehen.
  • Deine Ver­füg­barkeit: ab wann du für den neuen Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung ste­hen kannst (Achtung: Kündi­gungszeit­en berücksichtigen!)
  • Fra­gen nach ein­er Aids-Infek­tion musst du nur dann beant­worten, wenn die Tätigkeit andere Men­schen gefährden kann. Die Frage nach ein­er Aids-Erkrankung musst du im Bewer­bungs­ge­spräch auf jeden Fall immer wahrheits­gemäß beantworten.

Natür­lich muss auch deine Antwort auf die Frage nach einem möglichen Wet­tbe­werb­sver­bot ganz der Wahrheit entsprechen.

Was passiert, wenn ich nicht lügen darf und es trotzdem tue?

Soll­test du bei diesen Fra­gen schum­meln, riskierst du unter Umstän­den infolgedessen 

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